Cornelius Völker



31. August 2023 – 7. Januar 2024

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Ob Hund oder Heroin, Mensch oder Meerschweinchen, Wolke oder Waffe – so unterschiedlich die Motive im Werk Cornelius Völkers (*1965) auch sind: der temperamentvolle und farbintensive Malstil des Künstlers, in dem er sich oft vertrauten und alltäglichen Dingen zuwendet, diese jedoch in neuem Licht erscheinen lässt, ist seit jeher charakteristisch für seine Arbeiten. Auch Gegenstände, die gemeinhin als kaum malwürdig gelten, finden immer wieder Eingang in Völkers Werk. In dieser ersten institutionellen Werkübersicht in seiner Heimatstadt Düsseldorf zeigt der Kunstpalast 85 Ölgemälde und 50 Arbeiten auf Papier aus allen Schaffensphasen des Künstlers.

Noch während seiner letzten Ausbildungsjahre an der Kunstakademie Düsseldorf entwickelte Cornelius Völker seine kraftvolle figurative Malerei, in der sich Realismus und ein expressiver, pastoser Farbauftrag zu einer eigenständigen Bildsprache formen. Ebenso virtuos wie humorvoll werden überraschende Facetten des Dargestellten freigelegt. Ein grundlegendes Thema, mit dem sich der Maler dabei fortlaufend auseinandersetzt, ist die Zeit.
„Cornelius Völkers Malerei handelt vom Erscheinen und Verschwinden der Dinge, sie macht uns die Wahrnehmungsweise der Zeit bewusst, die zwar linear und konstant verläuft, sich in der Geschichte und Kultur des Menschen aber ausgesprochen komplex akzentuiert und verdichtet ereignet“, so Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast. „Die Auswahl der in unserer Ausstellung gezeigten Werke und ihr erzählerischer Zusammenhang verweist auf Völkers vielschichtige Darstellungsebenen der Zeit. Sie veranschaulicht die inneren Zusammenhänge dieser vermeintlich so disparaten Bildwelt“, erklärt Krämer.
Neun Kapitel führen in der Schau durch das Œuvre Völkers. Der einleitende Raum thematisiert die Frage nach der Aktualität des Mediums Ölmalerei im 21. Jahrhundert. Die in kräftigen Farben leuchtenden Bilder Cornelius Völkers sind Beispiele dafür, wie Kunstwerke unsere Wahrnehmungsfähigkeiten steigern können und so ein Gefühl intensivierter Gegenwart auslösen.
Der Bereich „Mensch und Tier“ zeigt, wie Völker sich mit der Tradition des Stilllebens auseinandersetzt: Auf den Gemälden, die Meerschweinchen ähnlich Popstars darstellen, scheint die Zeit still zu stehen und die verschiedenen Malweisen rücken ins Zentrum der Betrachtung.
Zum Thema „Versuchung“ hat Völker viele Gemälde geschaffen: Schokolade, Kaffee, Alkohol, aber auch härtere Drogen sind auf ihnen zu sehen sowie einige Handfeuerwaffen. Sie präsentieren unübliche Motive, polarisieren und berühren eine dunkle Seite unserer Existenz.
Darstellungen des Menschen und seiner prekären Verletzlichkeit werden im Kapitel „Mensch sein“ vorgestellt. Bilder von benutzten Tampons und Pflastern, von Narben und Organen oder von Menschen, die ihren Kehlkopf strecken, verleiten zu genauem Hinsehen, wo sich Betrachtende eigentlich abwenden möchten.
„Cornelius Völker hat ebenso wenig Angst vor existenziellen Themen wie vor dem Humor und der vordergründigen Dekoration. In der Faktur seiner Bilder wird die Zeit anschaulich, die der Maler mit seinem jeweiligen Bild verbracht hat. Die einzige Zeit, die er nicht kontrollieren kann und muss, ist die des Publikums. Malerei ist sehr großzügig mit dieser Zeit – wir können darüber selbst entscheiden. Dass wir diesem außerordentlichen Maler viel Zeit zurückgeben sollten, macht sein Werk klar“, zeigt sich Kurator Kay Heymer überzeugt.
Eine wichtige Rolle spielt das Thema „Pflanzen“ für Cornelius Völker, ist doch mit ihrer Darstellung das Vergehen der Zeit besonders sinnfällig darzustellen. Der Künstler knüpft hier an eine sehr lange Tradition europäischer Malerei an: Blumenstillleben als Sinnbilder für die Vergänglichkeit des Lebens.
Ein weiterer Raum stellt rund 50 Arbeiten auf Papier vor, die neben den Gemälden eine wichtige Rolle im Schaffen von Cornelius Völker einnehmen. Zeichnungen und Aquarelle aus den Jahren 1998 bis 2023 entstehen oft parallel zu Gemälden derselben Themen und greifen teilweise deren Motive auf. Es handelt sich jedoch nicht um vorbereitende Studien oder Skizzen, sondern um Arbeiten, die für sich stehen.
Auf die Tradition der Malerei bezieht sich der Künstler in vielen seiner Stilleben, wie der Raum „Vanitas“ zeigt. Ob Vase mit Schnittblumen, brennendes Feuerzeug, Stillleben mit eingeweckten Früchten oder die Asche einer erloschenen Kerze: Völker greift alte Motive der Darstellung von Vergänglichkeit auf und überführt sie in die Gegenwart.
Eine große Werkgruppe stellt „Papier“ als Motiv in verschiedenen Varianten vor: Schnipsel, Zeitungen, Fotos, Post-its, Postkarten, zerknüllt, gestapelt, aufgehängt – die Bedeutung dieses Materials für Völker wird auch durch die zahlreichen Bilder zum Thema „Bücher“ sichtbar, die mit vier Gemälden einen eigenen Bereich in der Ausstellung erhalten. Gestapelte und aufgeschlagene Kunstbände, aber auch ein aus Büchern entstehender Aschehaufen im letzten Raum sind auf ihnen zu sehen: Eine weitere Meditation über die Vergänglichkeit des Daseins.
Cornelius Völker wurde von 1989 bis 1995 an der Kunstakademie Düsseldorf bei A.R. Penck und Dieter Krieg ausgebildet. Seit 2005 hat er an der Kunstakademie Münster eine Professur für Malerei inne. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Kunstpalast Düsseldorf und dem Museum MORE in Gorssel.
Kuratoren: Kay Heymer für den Kunstpalast, Maite van Dijk für das Museum MORE in Gorssel.

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